Jeder kennt Sie, jeder denkt: “darauf fall ich nicht rein”. Doch was tun, wenn es doch mal soweit gekommen ist? Fallen gibt es überall im Internet. Die Preise sind meist gut versteckt. Wenn man nach dem eintragen der persönlichen Daten sorgfältig nach Kosten sucht, die AGB’s durchstöbert und auf den “Hiermit akzeptiere ich die AGBs und verzichte auf mein Widerrufsrecht” klickt, ist es schon zu spät. Doch keine Panik! Alles ist halb so wild! :)
Hilfe, ich habe eine Rechnung bekommen!
Was soll ich jetzt machen? Erstmal Ruhe bewahren und nicht aufregen – schwierig, aber das macht die Sache einfacher. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder Du ignorierst die Rechnung, deren Mahnungen und Anwaltsschreiben oder aber Du schickst einen Brief an die Firma mit der Erklärung, dass kein Vertrag zustande gekommen ist. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät hierbei zu diesem Inhalt:
„Es ist kein Vertrag zustande gekommen. Hilfsweise erkläre ich den Widerruf, der – mangels ausreichender Belehrung – auch noch rechtzeitig ist. Hilfsweise erkläre ich die Anfechtung, weil lediglich eine kostenlose Nutzung gewollt war und kein kostenpflichtiges Abo. Ich werde keinerlei Zahlung leisten.“
Den Brief solltest Du als Einschreiben mit Rückschein (ca. 5 Euro bei der Postfiliale) verschicken. Die Adresse bekommst Du aus dem Impressum oder aber auch aus der Rechnung, die du normalerweise per E-Mail zugeschickt bekommst. Falls die Anschrift der Firma jedoch nicht in Deutschland ist, kann kein Einschreiben verschickt werden. Falls die Firma eine Fax-Nummer hinterlegt hat, das Schreiben per Fax senden und die Sendebestätigung gut aufgewahren.
Eine sehr gute (und hilfreiche) Liste mit Abzock Unternehmen hat die Verbraucherzentrale veröffentlicht. Diese Liste enthält den Namen der Firma, sowie dessen Anschrift, Kreditinstitut, Inkassodienst und Rechtsanwälte. Auf diese Liste sollte man sich allerdings nicht zu sehr verlassen, da diese Unternehmen gern mal Ihren Standort (Adresse) ändern. Die Internetseite, die wohl am häufigsten solche Rechnungen / Briefe verschicken darf, ist Opendownload.de, bzw. Softwaresammler.de. Rechtsanwalt ist Olaf Tank, der auch schon bekannt ist.
Ein sehr interessantes Video in zwei Teilen auch auf hier von Akte 09 (Sat.1):
Manch einer registriert sich aber vielleicht doch aus Interesse zu diesem Angebot, das möchte ich nicht einmal bezweifeln. Jedoch gibt es wohl alle (?) Programme von diesen Websites auch kostenlos auf anderen Webseiten.
Falls Du mir noch nicht glauben willst, dann rufe bitte auch nochmal die Verbraucherzentrale an oder vereinbare einen kostenpflichtigen Termin. Das würde ich persönlich auch tun.
Zum Schluss noch ein Tipp für die Zukunft: spätestens, wenn man für ein kostenloses Angebot seine Anschrift und Geburtsdatum hinterlassen muss, sollte man stutzig werden und sich die Internetseite genauer ansehen. Abzockunternehmen gibt es viele. Über Kommentare zu Erfahrungen mit solchen Anbietern würde ich mich sehr freuen.
Nachtrag: Yannick meinte zu mir auf Twitter, dass viele Opfer der Abzockseiten nicht einmal auf der Seite waren, sondern einfach so eine Rechnung zugeschickt bekommen. Das ist auch richtig, darauf bin ich gar nicht eingegangen. Danke Yannick!
Quelle Headerimage: http://www.sxc.hu/photo/1193472
Artikel verfasst am 02. 09 2009 um 19:15 von Denis L.



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